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Museumsgelände

Das Museum setzt auf die thematischen Schwerpunkte Bauen, Architektur, Wohnen und Stadtentwicklung. Immer dabei im Blick ist der Ziegel selbst. Die Hauptwege sind farblich einheitlich gestaltet und bieten so eine Orientierungsmöglichkeit beim Entdecken des Geländes und der Gebäude. Die einzelnen Themeninseln sind eigenständig, sodass individuelle Wege möglich sind.

Lageplan der Ziegelei Lage Ausstellung "In der Fremde"

Ausstellungen

In der Heimat

Das Leben der Zieglerfamilie in der Heimat wurde vor allem durch die Zieglerfrau geprägt. Von ihrem arbeitsreichen Alltag, ihren Sorgen, aber auch von der gemeinsam verbrachten Winterzeit der Familie erzählt die Ausstellung "In der Heimat" im Kotten.

Den Alltag zu Hause entdecken Besuchende in einem ehemaligen Kotten mit bewirtschaftetem Garten. Hier meistern die Zieglerfauen ihren Alltag den größten Teil des Jahres allein: Sie erzogen die Kinder, kochten und wuschen, bauten Kartoffeln und Gemüse an, hielten Hühner, Ziegen und ein Schwein. Häufig halfen sie darüber hinaus den Bauern bei der Ernte, um die Miete für das eigene Haus zu erwirtschaften.

Gemüsegarten und Ackerflächen

Die meisten Zieglerhaushalte bewirtschafteten einen Gemüsegarten und kleine Ackerflächen, deren Ertrag den Bedarf der Familie an Garten- und Feldfrüchten deckte. Im Garten am Haus, der durchschnittlich etwa 800 Quadratmeter umfasste, wuchs das Gemüse für den täglichen Bedarf. Zusätzlich lieferte eine kleine Baumwiese etwas Obst.

Die häufig außerhalb des Dorfs liegenden Ackerflächen pachtete die Zieglerfamilie, sofern sie nicht zum eigenen Besitz zählten, vom Bauern. Auf diesen durchschnittlich 7.500 Quadratmeter großen Ackerflächen wurden Getreide, Kartoffeln und Viehfutter angebaut. Die Zieglerfrauen mussten den Großteil der Arbeit von der Aussaat bis zur Ernte allein bewältigen, da ihr Mann nur während der Wintermonate zu Hause war. Für leichtere Arbeiten konnte sie auf die Mithilfe ihrer älteren Kinder zurückgreifen.

In der Fremde

Jedes Jahr im März zogen die Lippischen Wanderziegler in die Ferne. Bis zum Herbst arbeiteten sie auf Ziegeleien in Nord- und Ostdeutschland sowie im Ruhrgebiet. Was nahmen die Männer mit? Wo wohnten sie und wie sah ihr Arbeitsalltag aus?

Das Gemeinschaftsleben auf der Ziegelei war durch besondere Rhythmen und Feiern geprägt. Einen wichtigen Stellenwert nahm das sogenannte "Rasierfest" oder "Zieglertaufe" ein, mit dem Neulinge in den Kollegenkreis aufgenommen wurden. Historische Fotos in der Ausstellung verdeutlichen dieses Ritual.

Der täglichen Ernährung wird mit der Inszenierung einer Ziegeleiküche Aufmerksamkeit geschenkt. Die hygienischen Verhältnisse waren auf vielen Ziegeleien heikel. So kommt es, dass neben Zinkeimer und Waschtasche auch eine Bettwanze als Sammlungsstück Einzug in die Ausstellung fand.

Die Männer waren oft monatelang von ihrer Familie getrennt. Familienväter nahmen meist ein Bild von der Familie mit. Briefe, Postkarten und Familienfotos lassen die starke Bindung an die Heimat emotional erfahrbar machen.