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Ausstellungsarchiv

Übersicht über die letzten Sonderausstellungen in der Ziegelei Lage

Vom Schuften und Chillen

Warum wir arbeiten

Juni 2020 – September 2021

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Schwarz-Weiß-Foto: zwei junge Männer in Arbeitskleidung liegen auf einer Werkbank in einer Schreinerei.

Backsteinhistorismus

Architekturepoche oder Stilsünde?

28.4. 29.9.2019

Historistische Gebäude aus der Zeit zwischen 1850 und 1914 bestimmen heute noch das Bild vieler Städte. Die Gebäude mit dem bunten Mix mehrerer Stilrichtungen gelten heute wieder als spannend und anregend, Gebäudeensembles wie die Berliner Charité prägen ganze Stadtteile. Tausende Touristen besuchen die Neue Synagoge in Berlin oder lassen sich durch den Park der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld führen.

Die Architekturkritik sah im Historismus lange Zeit keine eigene Stilrichtung. Bereits im 19. Jahrhundert, aber vor allem in den 1920er und 1930er Jahren wurde ihm nachgesagt, nur rückwärtsgewandt gewesen zu sein und keine Originalität entwickelt zu haben. Diese Geringschätzung führte zu einem großen Verlust an historistischen Gebäuden dieser Zeit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl sie nur wenige Gebäude Kriegsschäden aufwiesen, wurden sie nicht wiederhergestellt, sondern abgebrochen und durch Neubauten ersetzt. Die Architekten der 1950er und 1960er Jahre sagten den historisierenden Stuckelementen den Kampf an und beraubten die Gebäude ihrer dekorativen Elemente. Eine neue Sachlichkeit sollte die überbordende Gestaltung des Historismus ablösen.

Die Ausstellung veranschaulichte in vielen Bildern, wie der Historismus das Gesicht der Städte geprägt hat. Zahlreiche Ziegelexponate verdeutlichten den Formenreichtum in der Architektur dieser Zeit. Porzellangeschirre, Vasen, Gläser, Skulpturen und eine Monstranz zeugten von der überbordenden Ornamentik der Gestalter des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule OWL. Die Studierenden des Fachbereichs Architektur und Innenarchitektur bauten im Rahmen eines Seminars bei Professor Karl-Manfred Rennertz Modelle und Kopien von Elementen historistischer Bauten in Detmold nach, die in der Ausstellung zu sehen waren.

 

Katalog

Backsteinhistorismus

Architekturepoche oder Stilsünde? Hg. LWL-Industriemuseum, Willi Kulke. 120 reich bebilderte Seiten. Klartext Verlag, Essen 2019, ISBN 978-3-8375-2117-7. Preis: 19,95 Euro.

Katalog-Cover

Fabrik. Denkmal. Forum

40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha

24.11.2010. 8.3.2020

Vor 50 Jahren wurde als erstes Industriegebäude des Ruhrgebiets die Maschinenhalle der Zeche Zollern II/IV in Dortmund unter Schutz gestellt. Das war die Geburtsstunde der Industriedenkmalpflege. Zehn Jahre später folgte dort die Gründung des Westfälischen Industriemuseums, heute LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur. Das war der Beginn der Industriekultur. 40 Jahre, in denen sich an acht Orten Fabriken in Denkmäler, Denkmäler in Museen und nunmehr Museen in Foren für die Menschen in Westfalen und Lippe wandelten.

Berthold Socha hat diesen Wandel über Jahrzehnte begleitet, als Mitarbeiter der LWL-Kultur, aber auch als passionierter Fotograf. Seine Arbeiten ergründen die skulpturalen Qualitäten der acht Denkmäler, folgen künstlerischen Ansprüchen. In der Gesamtschau liefern Sochas Fotografien heute eine sehr persönliche Sicht auf den langen Weg von der Fabrik zum Denkmal und weiter zum Forum, das wir heute als das LWL-Industriemuseum kennen.

Katalog

Fabrik. Denkmal. Forum

40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha. Hg. LWL-Industriemuseum, Dirk Zache. Dt./Engl. 116 Seiten, Klartext Verlag, Essen 2019, ISBN 978-3-8375-2116-0, Preis: 14,95 Euro

Katalog-Cover

Was von der Zeche bleibt. Bilder nach der Kohle

Fotografien von Bernd Langmack

30.3. 30.6.2019

Mit der Schließung der Zeche Prosper-Haniel hat Ende vergangenen Jahres die Ära der Steinkohlenförderung im Ruhrgebiet und ganz Deutschland ihr Ende gefunden. Über 200 Jahre lang hat der Bergbau die Menschen und die Landschaft des Ruhrgebiets geprägt. Doch was bleibt, wenn der Bergbau geht? Der Arzt und Fotograf Bernd Langmack hat den langsamen Rückzug des Bergbaus aus dem Ruhrrevier seit den 1980er-Jahren fotografisch begleitet und dabei die Überreste der Anlagen und die Gestaltung der Umgebung in den Fokus gerückt.

Die 60 präsentierten Fotografien zeigten aus brachliegendem Gelände herausragende Fördergerüste, fragmentarisch erhaltene Bergwerke, aber auch Fördertürme oder Zechenanlagen, die als Denkmäler sorgsam bewahrt werden oder als Museen eine neue Nutzung erhalten haben.

Die 68er-Bewegung in der Provinz

Wohngemeinschaften, Rockmusik und Hausbesetzungen in Lippe

28.3. 30.9.2018

Die 68er-Bewegung wird vor allem mit den Großstädten Berlin und Hamburg in Verbindung gebracht. Was geschah in dieser Zeit in der Provinz? 50 Jahre nach den gesellschaftlichen Umbruchjahren thematisiert die Ausstellung Ausformungen und Bedeutung der Bewegung in der Region Lippe. Hier suchten Jugendliche und Erwachsene neue Lebensformen, fanden Ausdrucksmöglichkeiten in einer bunten Musikszene, kämpften gegen die Atomkraft und sorgten sich um eine gesunde Umwelt. Die Ausstellung erzählte die Geschichte dieser Zeit in vielen Exponaten und Bildern.

Buch
Hans Gerd Schmidt: Die 68er-Bewegung in der Provinz: Vom Rock'n' Roll und Beat bis zur Gründung der Grünen in Lippe. Bielefeld 2013. ISBN 978-3860390238. Preis: 24,90 Euro


Roadshow
Mit dem Bulli zu den bekanntesten Spielorten der 68er-Bewegung in Ostwestfalen-Lippe. (hier drunter soll das Video; Plugin funktioniert aber wiederholt nicht)

Gut Brand

Fotografien der Festumzüge der Zieglervereine Bega und Cappel-Mossenberg-Wöhren von Veit Mette

28.10.2018 19.5.2019

Der Bielefelder Fotograf und Kulturpreisträger der Stadt Bielefeld, Veit Mette, begleitete 2017 den Umzug des Zieglervereins Bega zu dessen 125-jährigem Jubiläum und den Umzug des Zieglervereins Cappel-Mossenberg-Wöhren. Seine ausdrucksstarken Bilder zeigen die Pflege der Zieglertradition und vermitteln Eindrücke vom Leben im Kreis Lippe.

Perspektiven der Ziegeleiarbeit

9.4. 15.9.2017

Ziegelherstellung – das ist monotone Industriearbeit. Dass diese Arbeit auch Künstler zu Gemälden und Skulpturen und Dichter zu Texten inspiriert hat, wissen die wenigsten. Die Ausstellung beweist, wie vielfältig die künstlerische Beschäftigung mit dem Thema war und ist.

Neben rund 100 Objekten aus fünf Jahrhunderten der Kunstbereiche Malerei, Druckgrafik und Skulptur präsentierte die Ausstellung auch Arbeiterlyrik des lippischen Zieglerdichters Friedrich Wienke. Im Rahmen der Schau wurden außerdem Exponate aus dem umfangreichen Sammlungsbestand des LWL-Industriemuseums, insbesondere aus den Grafik- und Feierabendziegelsammlungen, gezeigt.

 

 

Katalog

Perspektiven der Ziegeleiarbeit

Hg. LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Andreas Immenkamp, 142 Seiten, Klartext-Verlag, Essen 2016, ISBN 9783837517767, 14,95 Euro

Katalog-Cover

Das große Warten

Geflüchtete in Westfalen. Fotografien von Brigitte Kraemer

8.1. 17.4.2017

Über 300.000 Menschen kamen 2015 auf der Flucht vor Krieg, Not und Unterdrückung und in der Hoffnung auf ein freies Leben nach Westfalen. Einige von ihnen blieben nur wenige Tage in den Erstaufnahmeeinrichtungen und wurden später auf andere Regionen Deutschlands verteilt. Die anderen wurden in Unterkünften in Westfalen und dem Ruhrgebiet untergebracht. Nach ihren langen Wegen der Flucht und der Ankunft in Deutschland begann für sie alle die Zeit des Wartens auf die Entscheidung, ob Deutschland ihnen Asyl und Sicherheit gewährt.

Brigitte Kraemer hat sich zu den geflüchteten Menschen begeben, ist ihnen mit großer Offenheit begegnet und hat von vielen Vertrauen geschenkt bekommen. Vertrauen, dass große Nähe und unbefangene Blicke möglich macht.

So ist innerhalb eines guten Jahres eine eindrucksvolle Reportage entstanden, die den Alltag der geflüchteten Menschen in Westfalen und dem Ruhrgebiet zeigt und dabei die Menschen und das Menschliche in den Vordergrund rückt: Momente des Innehaltens und der Trauer, aber auch der Tatkraft und der Lebensfreude - ungeachtet der schwierigen und improvisierten Lebensverhältnisse.

Vom Streben nach Glück

200 Jahre Auswanderung aus Westfalen nach Amerika

10.4. 25.9.2016

Wohlstand, Freiheit, Abenteuer – das waren die Hoffnungen, die über 300.000 Menschen im 19. und 20. Jahrhundert Westfalen dazu bewegten, in den USA ein neues Leben zu beginnen.

Die Wanderausstellung „Vom Streben nach Glück“ veranschaulichte die Geschichte dieser Auswanderungsbewegung, beleuchtete ihre Ursachen, zeichnete Reisewege nach und schilderte Biografien westfälischer Emigranten. Das Spektrum der über 100 Exponate reichte von Fotografien und Postkarten über das Modell eines Auswandererschiffes und Werbeplakate der Reedereien bis hin zu persönlichen Gegenstände von Auswanderern aus Westfalen.

Weitere Stationen: Zeche Hannover (2017), Schiffshebewerk Henrichenburg (2018), Henrichshütte Hattingen (2019).

 

Katalog

Vom Streben nach Glück

200 Jahre Auswanderung aus Westfalen nach Amerika. (Hg.) LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Willi Kulke. 164 Seiten, Essen 2016, ISBN 978-3-8375-1616-6, 14,95 Euro

Katalog-Cover

Schönheit der Arbeit

Arbeit und Körperkult im Nationalsozialismus

24.7. –31.12. 2016

Die nationalsozialistische Diktatur stellte von 1933- 1945 den gesamten Volkskörper in den Dienst des Systems - der Erhalt der körperlichen Kräfte zur Stärkung der Wehrkraft war eines der Ziele dieser Politik. Die Ausstellung im LWL-Industriemuseum dokumentiert die verschiedenen Instrumente, die der NS-Staat nutzte, um sein ideologisches Ziel eines „Volkskörpers“ zu erreichen. Die Schau beleuchtet die einzelnen Ämter und Organisationen und behandelt die Themen Frauenarbeit, Sport, Kunst, Gesundheit sowie Zwangsarbeit. Exponate, Filmaufnahmen und Fotos zeigen die Zusammenhänge dieser verschiedenen Teilbereiche und skizzieren so ein Gesamtbild der ideologischen Ziele des Nationalsozialismus.